Motivationsfaktor Dienstwagen

Warum der Dienstwagen ein beliebtes Instrument der Mitarbeitermotivation ist

Von Nadine Sieren

Fotoquelle: vadimguzhva_iStock_Thinkstock_GettyImages

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Personaler stehen permanent vor der Aufgabe, gute Fachkräfte zu finden und sie langfristig zu binden. Der Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung forcieren den Wettbewerb um High Potentials. Deshalb müssen Personaler die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber steigern. Eine wichtige Stellschraube sind Motivationsfaktoren wie ein Dienstwagen.

Neben dem klassischen Dienstwagen können auch Gehaltsumwandlungsmodelle für eine breitere Mitarbeiterschaft sinnvoll sein. Ein relativ neues Motivationsmodell ist eine Mischform, die verschiedene Benefitvarianten miteinander kombiniert: die Mobilitätsbudgets.

Der Dienstwagen als Instrument zur Mitarbeitermotivation

In Deutschland gehört der Firmenwagen nach wie vor zu den zentralen Motivationsfaktoren. In Umfragen rangiert der Dienstwagen unter den Top-3-Mitarbeiterbenefits neben der betrieblichen Altersvorsorge und der Option auf mehr Bargeld.

Die Popularität von Dienstwagen spiegelt sich auch darin wider, dass auf Deutschlands Straßen über 5 Millionen Firmenfahrzeuge fahren. Mehr als 75 Prozent davon befinden sich in sogenannten User-Chooser- oder auch Motivationsfuhrparks. Zu der Attraktivität des Firmenwagens gehört, dass im überwiegenden Fall der Arbeitgeber die Kosten für private Fahrten übernimmt. Zu den am häufigsten genannten Vorteilen des Dienstfahrzeugs gehört, dass sich der Fahrer weder um Versicherung und Steuern noch um Wartungsarbeiten kümmern muss.

Der Weg zum Wunschfahrzeug

Arbeitnehmer, die dienstwagenberechtigt sind, haben freie oder zumindest eine großzügige Auswahl, wenn es darum geht, welches Fahrzeug sie mit welcher Ausstattung fahren möchten. Einer der zentralen Motivationsfaktoren ist deshalb auch die relative Wahlfreiheit bei Automarke, Modelltyp und Fahrzeugvariante – je nach Car-Policy (Dienstwagenordnung). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, durch eine Fahrerselbstbeteiligung die Anzahl der wählbaren Optionen zusätzlich zu erhöhen.

Um sicherzugehen, dass sie sich für den bestmöglichen Firmenwagen entscheiden, kalkulieren Fahrer eine Vielzahl von Fahrzeugangeboten. 2016 wurden allein bei der Leasinggesellschaft LeasePlan über 452.000 Fahrzeugvarianten berechnet. Diese Kalkulationen mündeten in knapp 12.300 Bestellaufträge. Im Durchschnitt kalkulierten Fahrer rund 37 Angebote, bis sie ihr Wunschfahrzeug fanden.

Da das Handling einer Unternehmensflotte administrativ aufwendig ist, zieht mancher Flottenbetreiber externe Dienstleister hinzu. Diese stellen Konfigurationssysteme zur Verfügung und gewährleisten, dass die Flotte wirtschaftlich optimiert wird. Darüber hinaus unterstützen sie bei der rechtssicheren Dokumentation. So sind Unternehmen als Halter eines Kraftfahrzeugs zum Beispiel verpflichtet, zu verhindern, dass jemand ohne Fahrerlaubnis einen Dienstwagen fährt.

Um den gesetzlichen Pflichten nach § 21 StVG nachzukommen, erfolgt bei der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen eine halbjährliche Kontrolle der Führerscheine der Fahrzeugnutzer. Da solche Prozesse aufwendig sind, übertragen viele Unternehmen sie Dienstleistern.

Dienstwagen für alle – die Gehaltsumwandlung

Inzwischen profitieren nicht nur dienstwagenberechtigte Mitarbeiter von Firmenfahrzeugen. Steuern und Sozialabgaben lassen von der klassischen Gehaltserhöhung oft nicht viel übrig. Doch statt einer Gehaltserhöhung kann das Unternehmen Arbeitnehmern einen Firmenwagen zur Verfügung stellen. Der Arbeitgeber kann bei dieser Lösung Personalkosten auf Sachkosten verlagern.

Steuerlich günstiger ist diese Variante dann, wenn die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil der privaten Dienstwagennutzung geringer ist als die geplante Barlohnerhöhung. Liegt der Bruttolohn des neuen Dienstwagenfahrers zusätzlich unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze, spart der Arbeitgeber außerdem anteilig Sozialabgaben.

Mobilitätsbudgets – warum auch kleinere Dienstwagen motivierend sein können

Auch wenn der Dienstwagen weiterhin zu den beliebtesten Motivationsinstrumenten gehört, zeigen gesellschaftliche Trends, dass sich gerade die Anforderungen der jüngeren Generation an die Mobilität verändern. Für viele zählt ein (Dienst-)Fahrzeug nicht mehr zu den wichtigen Statussymbolen.

Immer mehr Mitarbeiter wünschen sich einen kleineren Dienstwagen, als ihnen laut Car-Policy zusteht. Bisher profitierten Dienstwagennutzer, die ein kleineres Fahrzeug wählten, über den geldwerten Vorteil lediglich von einer geringeren Steuerlast. Die Einsparung selbst war für sie auf Jahre unwiederbringlich verloren. Damit hatten Mitarbeiter wenig Anreiz, ein kleineres Fahrzeug zu wählen, als ihnen zustand.

Hier setzt die Benefitvariante „Mobilitätsbudget“ an. Die Vollkostenleasingrate wird zur Mobilitätsrate. Wird diese Mobilitätsrate aufgrund der Wahl eines kleineren und kostengünstigeren Dienstwagens nicht ausgeschöpft, wird der Mitarbeiter vom Unternehmen finanziell belohnt, indem die Einsparung vollständig oder anteilig an ihn ausgeschüttet wird. Mit der Einführung von Mobilitätsbudgets können sich Unternehmen als attraktive und moderne Arbeitgeber positionieren, die flexibel auf die Bedürfnisse von High Potentials eingehen.

Fazit

Firmenwagen im User-Chooser-Fuhrpark sind ein geeignetes Instrument zur Mitarbeitermotivation. Darüber hinaus gibt es Formen der Gehaltsumwandlung, die das Statussymbol Dienstwagen einem größeren Teil der Belegschaft ermöglichen können. Mittels Mobilitätsbudgets können die Mitarbeiter erreicht werden, die einem großen Dienstfahrzeug keine besondere Bedeutung beimessen. Im War for Talents können flexible Dienstwagenmodelle Personaler bei der Gewinnung von geeigneten Fachkräften und bei der Bindung von Talenten an das Unternehmen unterstützen.

Nadine Sieren,
PR-Referentin
LeasePlan Deutschland
nadine.sieren@leaseplan.com
www.leaseplan.de