1. Preis in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen: Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG – das neue 3-Säulenmodell der bAV

Nachhaltige Personalpolitik und nachhaltige Altersvorsorge gehen Hand in Hand

Fotoquelle: Deutscher bAV-Preis

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Lange hat die Isabellenhütte eine arbeitgeberfinanzierte Versorgungszusage angeboten. Jetzt hat das Familienunternehmen die Altersversorgung auf eine neue, nachhaltige Basis gestellt. Eigene Vorsorgeaktivitäten der Beschäftigten belohnt der Arbeitgeber mit Zuschüssen.

Die Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Dillenburg. Die Firma zählt zu den bedeutendsten Herstellern von elektrischen Widerstandswerkstoffen und thermoelektrischen Werkstoffen zur Temperaturmessung sowie von passiven Bauelementen für die Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie. Das Familienunternehmen beschäftigt circa 950 Mitarbeiter – mit wachsender Tendenz. Deshalb ist der Betrieb darauf angewiesen, den Fach- und Nachwuchskräftebedarf in der mittelhessischen Region und auch darüber hinaus zu decken.

Die Isabellenhütte gilt als das älteste Industrieunternehmen in Hessen. Der Unternehmerfamilie, die die Gesellschaft in der achten Generation führt, sind Werte wie soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und Nachhaltigkeit sehr wichtig. Deshalb spielte auch die betriebliche Altersversorgung in Form einer Versorgungszusage in Dillenburg jahrelang eine wichtige Rolle. Die Zusage wurde aber schon vor einigen Jahren geschlossen. Zunächst erfolgte im Jahr 2003 eine Ergänzung durch die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung. Ab dem Jahr 2011 wurde dann für alle festangestellten Mitarbeiter eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente in Form einer Direktversicherung abgeschlossen.

Neues bAV-Modell auf drei Säulen

Zum 1. Januar 2017 führte die Isabellenhütte ein neues bAV-Modell unter dem Namen ISAcare auf der Basis der bislang bestehenden Vorsorgeelemente ein. Es basiert auf drei Säulen, die jeweils bei der MetallRente durchgeführt werden können:

  1. einem reinen Arbeitgeberbeitrag,
  2. einer geförderten Entgeltumwandlung,
  3. einer Erfolgsbeteiligung, die bei Einzahlung in die ­betriebliche Altersversorgung vom Arbeitgeber mit 30 Prozent gefördert wird.

In der ersten Säule, dem reinen Arbeitgeberbeitrag, wurden aus dem alten Modell die altersvorsorgewirksamen Leistungen und die bisherige arbeitgeberfinanzierte bAV in Form der Direktversicherung zusammengefasst. Im neuen Modell leistet das Unternehmen 609 Euro pro Mitarbeiter und pro Jahr. Das Produkt ist erneut eine Direktversicherung bei der MetallRente.

Die zweite Säule ist eine Entgeltumwandlung, die den Beschäftigten bis zu festgelegten Grenzen offensteht. Möglich sind Beiträge innerhalb des steuerlichen Förderrahmens mit 4 Prozent bzw. ab Januar diesen Jahres mit 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Der Arbeitgeber fördert hier beispielsweise eine Entgeltumwandlung von 42 Euro pro Monat mit einem maximalen Zuschuss in Höhe von 12,50 Euro.

Gänzlich neu ist die dritte Säule. Sie besteht aus einer jährlichen Erfolgsbeteiligung in Abhängigkeit vom vorangehenden Unternehmensergebnis. Für die Erfolgsbeteiligung stellt die Geschäftsführung jeweils 3 bis 4 Prozent des Jahresüberschusses zur Verfügung. Dieser Betrag wird durch die Zahl der Mitarbeiter geteilt. Wenn ein Mitarbeiter seinen persönlichen Anteil an der Erfolgsbeteiligung in die bAV überführt, stockt der Arbeitgeber diesen Beitrag noch einmal um 30 Prozent auf.

Der Mitarbeiter hat die Möglichkeit, zu wählen, welche bAV-Bausteine er in Anspruch nimmt, und kann jährlich entschieden, ob die Erfolgsbeteiligung in die bAV fließen soll oder ausgezahlt wird. Durch den gewinnabhängigen Bestandteil hat der Mitarbeiter selbst Einfluss auf die Höhe der Beiträge und wird durch den Zuschuss des Arbeitgebers animiert, eine Einzahlung in die bAV vorzunehmen. Für das Management und für Experten in Schlüsselpositionen bestehen zudem weitergehende Fördermöglichkeiten. Mit Einführung des neuen Modells verzichtet die Isabellenhütte freiwillig auf gesetzliche Verfallbarkeitsfristen.

Starke Nachfrage der Mitarbeiter nach ISAcare

Die Verantwortlichen in der Personalabteilung haben das Modell in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat selbst entwickelt und die Unterstützung eines dualen Studenten der Technischen Hochschule Mittelhessen und seiner Bachelorarbeit in Anspruch genommen. Für die interne Kommunikation und die Beratung der Mitarbeiter im Unternehmen hat die Isabellenhütte mit einem externen Berater zusammengearbeitet. Heute kommen alle festangestellten Mitarbeiter in den Genuss der ersten bAV-Säule. Bei der zweiten bAV-Säule verzeichnet das Unternehmen eine Durchdringung von rund zwei Dritteln der Belegschaft, nachdem die Entgeltumwandlung im alten Modell zuvor nur jeder dritte Beschäftigte genutzt hat. Die dritte Säule, also die Umwandlung der Erfolgsbeteiligung, wählen etwas weniger als 50 Prozent der Beschäftigten.

Die hohen Teilnahmequoten veranschaulichen, dass die Mitarbeiter und der Betriebsrat hinter dem neuen bAV-Modell stehen, für das das Unternehmen eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen hat. Mit ausschlaggebend für den Erfolg war eine frühzeitige sowie umfassende und leicht verständliche Kommunikation über das neue bAV-Modell und die Möglichkeiten der betrieblichen Vorsorge. Dabei wurden verschiedene Groß- und Gruppenveranstaltungen zur allgemeinen Aufklärung genutzt. In Einzelberatungen konnten die Mitarbeiter dann nochmal nach individuellem Bedarf detailliert informiert werden. Außerdem hat es sich für die interne Vermarktung bezahlt gemacht, den Betriebsrat frühzeitig in die Erstellung des neuen bAV-Modells mit einzubeziehen und zu überzeugen. Herausfordernd bei der Umsetzung waren hingegen verschiedene Fragestellungen bezüglich unterschiedlicher Konstellationen bei bereits bestehenden Verträgen sowie der temporär entstandene, administrative Mehraufwand.

Durch das Modell ISAcare will der Arbeitgeber seinen Beschäftigten die Notwendigkeit der betrieblichen Altersversorgung bewusst machen und die Beteiligung erhöhen. Den langfristigen Erfolg mit seinen Produkten verdankt das Unternehmen zum großen Teil den Mitarbeitern. Diese sollen durch die Beteiligung jetzt auch direkt davon profitieren. Durch die nun circa 2,5-fach höheren Arbeitgeberbeiträge erhofft sich die Geschäftsführung eine stärkere Mitarbeiterbindung sowie eine erhöhte Arbeitgeberattraktivität für potenzielle Mitarbeiter.