Rendite im Dreieck für Mitarbeiter durch Aktien

Mitarbeiterkapitalbeteiligung bietet Unternehmen, Mitarbeitern und der Gesellschaft Vorteile

Von Dr. Guido Birkner

Fotoquelle: hkp/// group.

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Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat gemeinsam mit der hkp/// group eine Studie zum „Rendite-Dreieck Mitarbeiteraktien“ vorgestellt. Exemplarisch werden darin die Renditevorteile unterschiedlicher marktüblicher Mitarbeiteraktienprogramme dargestellt. Das „Rendite-Dreieck Mitarbeiteraktien“ berücksichtigt den Zeitraum von 1996 bis 2017 und ermöglicht Simulationen.

„Das Rendite-Dreieck Mitarbeiteraktien zeigt, welche Erträge Arbeitnehmer mit Mitarbeiteraktienprogrammen des eigenen Unternehmens erzielen können. Es bietet damit hervorragende Argumente für eine Kapitalbeteiligung“, sagt Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Mit Hilfe des neuen Rendite-Dreiecks können Unternehmen ihren Mitarbeitern die Vorteile ihrer Mitarbeiteraktienprogramme veranschaulichen.“ Somit können Arbeitgeber, die bislang noch keine Aktienbeteiligungen haben, simulieren, welche Rendite die Mitarbeiter erwirtschaftet hätten.

Das Ziel der beiden Initiatoren DAI und hkp/// group ist, Mitarbeiteraktien aus dem Nischendasein herauszuholen, das sie in Deutschland führen. Im Vergleich zu Ländern wie den USA, England oder Frankreich sind die steuerlichen Spielräume und in der Folge die Nachfrage von Mitarbeitern nach solchen Programmen gering. Ausnahmen sind Leuchttürme wie Siemens, BASF und SAP.

„Wir müssen Mitarbeitern den geförderten Vermögensaufbau in Aktien ermöglichen – das ist in aller ­Interesse“, so Michael H. Kramarsch, Managing ­Partner der hkp/// group. Das „Rendite-Dreieck Mitarbeiter­aktien“ simuliert die Wertentwicklung von Mitarbeiter­aktienprogrammen der Unternehmen aus den ­Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX. Es ermöglicht eine faktenbasierte Diskussion zu den Vorteilen und Risiken von Mitarbeiterkapitalbeteiligung und berücksichtigt Parameter wie Rabatte und steuerliche Förderung.

Beispielrechnung für die Nachsteuerrendite eines Mitarbeiteraktienprogramms

In der Studie wird in einem ersten Schritt die Nachsteuerrendite eines fiktiven Mitarbeiteraktienprogramms aller DAX-Unternehmen als Benchmark berechnet. Das erfolgt zunächst ohne Förderung durch Unternehmen und ohne Einbeziehung des steuerlichen Freibetrags. Unter Hinzunahme der von den Unternehmen gewährten Rabatte bzw. Gratisaktien und des steuerlichen Freibetrags verdoppelt sich die Wertentwicklung von Mitarbeiteraktienprogrammen bei einem zehnjährigen Anlagezeitraum von insgesamt 34 Prozent auf rund 70 Prozent.

Bei der konkreten Berechnung der Renditen einzelner Unternehmen zeigt sich, dass vier von fünf der Unternehmen aus dem DAX, MDAX und SDAX bei ihren Mitarbeiteraktienprogrammen eine Wertsteigerung von insgesamt mehr als 50 Prozent nach Steuern erzielen konnten. Nur bei 5 Prozent der untersuchten Unternehmen kam es in dem Zeitraum überhaupt zu Verlusten.

Auch der Renditeeffekt der staatlichen Förderung lässt sich im Rahmen des „Rendite-Dreiecks Mitarbeiteraktien“ simulieren. „Der steuer- und abgabenfreien Betrag von derzeit 360 Euro muss dringend auf 1.000 Euro pro Jahr erhöht werden“, erläuterte Michael H. Kramarsch. „Nur dann lohnt es sich für die Unternehmen, ihre Mitarbeiteraktienprogramme durch größere Rabatte oder mehr Gratisaktien noch attraktiver zu gestalten.“ Bei geringeren Freibeträgen frisst ansonsten die Steuer dieses Arbeitgebergeschenk auf. Das Ziel, dass sich deutlich mehr Mitarbeiter an den Programmen beteiligen, könnte so erreicht werden. Die Erhöhung auf 1.000 Euro ist auch moderat, bleibt sie doch hinter Freibeträgen anderer Länder, wie beispielsweise Österreich mit einem Förderbetrag von bis zu 4.500 Euro, weiterhin zurück.

„Neben der Erhöhung der Freibeträge muss der Staat für weniger Bürokratie bei Mitarbeiteraktienprogrammen sorgen. Vor allem aber müssen die steuerlichen Rahmenbedingungen für Aktien, die derzeit auf Unternehmens- und Anlegerebene uneingeschränkt besteuert werden, attraktiver ausgestaltet werden“, forderte Dr. Christine Bortenlänger.

Die Studie steht unter www.dai.de/studien zum Download bereit. Das Rendite-Dreieck Mitarbeiteraktien ist unter www.mab-renditedreieck.de zu finden. Das Deutsche Aktien­institut entwickelt und veröffentlicht seit langem Rendite­dreiecke vor allem für den DAX und den EURO STOXX.

Dr. Guido Birkner,
verantwortlicher Redakteur Human Resources
FRANKFURT BUSINESS MEDIA – Der F.A.Z.-Fachverlag
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