Wie Arbeitgeber Benefitspläne kommunizieren können

Der unterschätzte Mehrwert von Nebenleistungen in Vergütungsplänen

Von Simone Schmitt-Schillig

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Benefits bieten viele Chancen: Sie stellen als freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers für diesen eine Möglichkeit dar, sich im War for Talents vom Wettbewerb abzuheben, gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Belegschaft einzugehen und Mitarbeitern regelmäßig positive Nachrichten zu überbringen. Gut kommunizierte Benefits können die gesamte Unternehmenskultur positiv beeinflussen – eine Chance, die innovative Arbeitgeber unbedingt nutzen sollten.

Wie bei der Compensation-Kommunikation ist die Basis für eine erfolgreiche Benefitskommunikation die stetige Information aller Mitarbeiter über bestehende oder neue Angebote und Leistungen. Dabei ist bei der Benefitskommunikation besonders zu beachten, dass oft Leistungen an bestimmte Standorte gebunden sind oder dass manche Angebote nicht für jede Zielgruppe gleichermaßen interessant sind. Ein faires Benefitsportfolio berücksichtigt alle unterschiedlichen Mitarbeitergruppen und wird durch eine klare und zielgerichtete Ansprache jeder einzelnen Zielgruppe erst zum Mehrwert für die Mitarbeiter. Schlecht oder undifferenziert kommunizierte Leistungsportfolios können bei den Beschäftigten Missgunst, Neid und Unverständnis verursachen.

Ziele der Benefitskommunikation

Bei der Benefitskommunikation stehen der „Employer-Care-Gedanke“ und das „Employer Branding“ noch stärker im Vordergrund als bei der Compensation-Kommunikation. Gut etablierte Benefits können nach innen zur Mitarbeiterzufriedenheit und damit verstärkt zu langfristiger Bindung führen. Voraussetzung ist eine Benefitskommunikation, die sowohl die schlichte Wahrnehmung der Leistungen als auch das Verständnis der Mitarbeiter ermöglicht und zudem den Nutzen des Angebotes für den einzelnen Arbeitnehmer hervorhebt. In einer globalen Studie von 2018 gaben 84 Prozent der befragten Mitarbeiter an, dass angebotene Benefits ihre Loyalität zum Unternehmen und ihre positive Einstellung stark beeinflussen. Extern sorgen sie für ein gutes Arbeitgeberimage und können bei der Anwerbung neuer Mitarbeiter im Kampf um kompetente Fachkräfte ein echtes Differenzierungsmerkmal darstellen.

Darüber hinaus bietet die zielgruppenspezifische Ausgestaltung der Benefits die Möglichkeit, an konkreten Lebensphasen und individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter anzusetzen und somit Interesse am Leben der Mitarbeiter zu zeigen, zum Beispiel über eine Familienzeit oder Pflegezeit. Durch professionelle Kommunikation wird Arbeitnehmern somit die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Benefits passend zu ihrer aktuellen Lebenssituation klar. Dies kann die Zufriedenheit und die Loyalität der Mitarbeiter deutlich verstärken.

In globalen Marktstudien befragte Unternehmen sind sich einig: Professionelle Kommunikation führt dazu, dass angebotene Benefits genutzt werden und Unternehmensbindung und Motivation hervorgerufen werden. Damit einhergehend liegen die Ziele der Kommunikation in erhöhter Aufmerksamkeit für das Benefitsportfolio, Verständnis und Klarheit bezüglich der Angebote sowie erhöhter Inanspruchnahme und Erleben eines tatsächlichen Mehrwerts durch die Nutzung der Benefits. All das schafft nachhaltiges Vertrauen in die Arbeitsbeziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Zudem kann sich eine nachhaltige Kommunikationsstrategie auch hier positiv auf den Aufwand sowie den wahrgenommenen Service der HR-Abteilung auswirken.

Ein besonderes Highlight der Benefitskommunikation ist, dass sie emotional, positiv und sogar werblich formuliert und gestaltet sein darf, so dass viele kreative Möglichkeiten im Rahmen der Kommunikation genutzt werden können.

Kollaborativer Ansatz bei der Benefitskommunikation

Im Rahmen der Benefitskommunikation können Mitarbeiter zu aktiven Mitgestaltern werden. So können beispielsweise Ergebnisse aus Befragungen bereits vor Entwicklung und Einführung neuer Benefitsangebote Aufschluss über deren spätere Nutzung und Wertschätzung liefern. Diese oft digital durchgeführten Mitarbeiterumfragen geben einen wichtigen Einblick in die im Unternehmen herrschende Stimmung und liefern messbare Ergebnisse.

Projektvorhaben, für die es sich lohnt, professionelle Kommunikationsmaßnahmen zu planen:

  • Darstellung eines gesamten Benefitportfolios
  • Einführung oder Abschaffung von Benefits
  • Veränderungen, zum Beispiel durch neue Gesetze zu Altersversorgungssystemen
  • Angebote rund um freiwillige finanzielle Arbeitgeberleistungen wie etwa Rabatte, Darlehen und Beteiligungsprogramme
  • Angebote rund um Zeitsparmodelle
  • und vieles mehr

Simone Schmitt-Schillig,
Unequity GmbH
simone@unequity.com
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